Der Gegenwind für Gianni Infantino wird immer heftiger. Eine immer größer werdende Gruppe an Profis und ehemaligen Spielern ruft zum Widerstand auf. Mats Hummels und Thomas Müller fokussieren sich dagegen aktuell auf ein neues gemeinsames Projekt. Die FT-Presseschau am Dienstag.
Die Revolution beginnt
Geht es FIFA-Präsident Gianni Infantino nun an den Kragen? Eine Gruppe einflussreicher aktiver und ehemaliger Fußballer haben am gestrigen Montag unter der Überschrift „Genug ist genug“ ein überdeutliches Social-Media-Statement veröffentlicht, das Veränderungen an der Spitze des Weltverbands fordert. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Mikaël Silvestre, Emmanuel Petit, Bixente Lizarazu, Juan Sebastián Veron, Didier Drogba, Emmanuel Adebayor, Robert Pires, Claudio Pizarro, Lucy Bronze und Briana Scurry. Stündlich kommen weitere hinzu.
„Wir teilen genau dieselben Bedenken wie Millionen von Fans auf der ganzen Welt“, heißt es unter anderem in der Erklärung. „Wie sie haben auch wir beobachtet, wie sich der Sport, den wir lieben, unter der derzeitigen Führung der FIFA von seinen Grundwerten entfernt hat. Viel zu lange haben wir miterlebt, wie wichtige Entscheidungen getroffen wurden, ohne dass Spieler konsultiert oder einbezogen wurden und ohne Rücksicht auf die Fans, die diesen Sport am Leben erhalten. Veränderungen sind notwendig. Die Macht hat die Fähigkeit der derzeitigen Führung getrübt, zwischen ihren eigenen Interessen und dem, was für den Fußball am besten ist, zu unterscheiden. Die jüngsten Ereignisse haben es unmöglich gemacht, weiter zu schweigen. Genug ist genug.“
„Diese Intervention ist besonders bedeutsam, da einige derjenigen, die hinter der Verbreitung der Erklärung stehen, im Rahmen des FIFA Legends-Programms als Botschafter für die FIFA tätig waren“, bekräftigt der ‚Guardian‘. Auch die Fußballergewerkschaft FIFPro hat das Statement mittlerweile repostet. Die ‚Marca‘ bringt es auf den Punkt: „Fußballlegenden wettern gegen die FIFA: Immer mehr Menschen und Prominente aus der Welt des Fußballs kritisieren die Führung der FIFA und von Gianni Infantino. Eine Situation, die sowohl in sportlicher als auch in politischer Hinsicht zunehmend unhaltbar und heikel erscheint.“
Wie Phönix aus der Asche
Eine Investorengruppe um Thomas Müller, Mats Hummels, Yann Sommer und Lucas Hernandez hat den portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora gekauft. Für 90 Prozent des Gesellschaftskapitals wurden laut ‚A Bola‘ 40 Millionen Euro fällig. Bekanntheit erlangte der Klub aus der Großstadt nahe Lissabon zuletzt dadurch, dass er einige Spieler aus der dritten Liga verpflichtete. Laut ‚kicker‘ sollen die (Ex-)Profis keinen großen finanziellen Input leisten, „sondern vor allem strategisch agieren“. Die Namen auf der Investorenliste lassen jedoch „keinerlei Zweifel mehr an der Tragweite des Vorhabens aufkommen“, so die ‚A Bola‘.
Die offizielle Präsentation der neuen Entscheider steht derzeit noch aus, soll aber in dieser Woche stattfinden. Estrela Amadora hat sich nach seiner Insolvenz 2011 zuletzt wieder rasant nach oben gekämpft. Lange Zeit existierte in der Folge nur die Nachwuchsabteilung, erst 2018 wurde wieder eine Seniorenabteilung gegründet, die in der untersten Liga einstieg. Durch eine Fusion mit dem damaligen Drittligisten Sintra ging Amadora nur zwei Jahre später schon wieder in der dritten Liga an den Start. Bereits 2023 erfolgte der Aufstieg in die erste Liga. Das soll den neuen Investoren sehr imponiert haben.